Warum Du unzufrieden sein darfst

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Was wäre, wenn sich jeder mit dem zufriedengeben würde, was er ist und was er hat? Gäbe es eine Gesellschaft ohne Gewalt? Oder eine Diktatur der Langeweile und Stagnation? Von Sinn und Unsinn der Unzufriedenheit.

Der Sinn der Unzufriedenheit

Das Bewusstsein, dass es noch besser werden kann, ist die Triebkraft jeder Entwicklung, die Inspiration jedes Erfinders und die Mutter großer Revolutionen.
Wären unsere Vorfahren in Selbstzufriedenheit versunken, hätte es die Evolution des Menschen nicht gegeben. Wir würden wahrscheinlich noch immer mit Keulen durch die Gegend laufen, alle unsere Nahrungsmittel roh essen, würden Höhlenwände bepinseln und mit fünfundzwanzig an einer Erkältung sterben – und wir wären verdammt glücklich dabei.
Nun, es ist nicht verboten, glücklich und zufrieden zu sein, denn materieller Besitz, IQ und Lebensstandard sind zwar wichtige Parameter, aber Glück ist und bleibt immer subjektiv. Nun scheint ein Großteil unserer Ahnen sich aber nach einer warmen Höhle, gegartem Fleisch und festen Schuhen gesehnt zu haben. Und diese Sehnsucht ist der Grund, weshalb ein Großteil von uns heute in Häusern lebt und im Winter Stiefel anzieht – und es Medikamente gegen Krankheiten gibt, die damals lebensgefährlich werden konnten.
Unzufriedenheit ist zwar die Voraussetzung, aber kein Garant für Fortschritt, denn es bedarf noch einer weiteren Zutat.

Vom Unsinn der Unzufriedenen

Das Rad wäre nicht erfunden worden, wenn wir nur darüber geklagt hätten, dass der Wagen mit Vierecken an den Achsen nicht rollt. Das Rad wurde erfunden, weil jemand nach einer Lösung gesucht hat, anstatt sich nur über das Problem zu beklagen. Dies ist der Kern der konstruktiven Unzufriedenheit, die immer mit lösungsorientiertem Handeln einhergeht. Sie allein besitzt das Weltveränderungspotenzial, das wir brauchen.

Siehst Du ungenutztes Potenzial? Hast Du eine Vision? Eine Eingebung, die Deine oder die Situation anderer nachhaltig verbessern könnte? Sehr gut. Dann nutze sie. Nichts anderes meine ich, wenn ich von der schöpferischen Kraft der Unzufriedenheit schreibe.
Doch Vorsicht! – Bei allem Streben nach Fortschritt darf man nie die Gebote der Menschlichkeit außer Acht lassen. Die Nuklearenergie zu entdecken und nutzbar zu machen war beispielsweise ein großer Fortschritt, ohne den es allerdings heute keine Atombomben gäbe.

An dieser Stelle wäre ein bisschen Zufriedenheit wiederum sinnvoll, findest Du nicht auch? Fortschritt bedeutet für mich, etwas besser zu machen. Und nicht, die Weiterentwicklung um jeden Preis auf die lebensfeindliche Spitze zu treiben, wo sie niemandem mehr realen Nutzen bringt.

Es gibt keine großen Entdeckungen und Fortschritte, solange es noch ein unglückliches Kind auf Erden gibt.

Albert Einstein

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